Im Mangoldrausch

Im Mangoldrausch

Jetzt prangt er üppig auf unseren Parzellen: mein Lieblingsgemüse, der Mangold.

Farbenprächtig sind seine Stiele, von currygelb bis zu violettrot. Kocht man sie in Sahnesoße (nicht so kalorienreich ist auch eine mit Stärke angedickte Soße auf Milchbasis möglich – oder für die Veganer_innen unter uns in einer der auf Pflanzen basierenden „Sahnen“ wie z.B. Hafersahne), so tritt der in ihr enthaltene Farbstoff pastellig aus: ein Farbgenuss, der ihren nach Spargel duftenden Geschmack unterstreicht.

Auffallend farbig sind auch die kräftigen Blattrippen des gekräuselten großen Blattes, die wunderschön im Gegenlicht des Morgens oder Abends im Komplementärkontrast erstrahlen. Hier ergibt das Kochergebnis eine spinatige Note, der den herberen Stielgschmack als Horizont untermalt. Vorsicht beim Essen: Suchteffekt.

Verwendbar ist der Mangold wie Spinat, es lassen sich herrliche Suppen, Füllungen von Teigtaschen, Lasagnen und Gemüsepfannen zu Nudeln, Reis oder Kartoffeln bereiten.

Der Einfachheit halber (der Mangold soll ja zeitsparend verkocht und verköstigt werden) einmal kurz zum Mangoldgemüse,

das mit weniger Flüssigkeit in die Teigtaschen gegeben , als Zwischenfüllung für Lasagne dienen kann (auf die Lasagne streiche ich dann noch einen Becher saure Sahne, bevor der geriebene Käse drauf kommt) oder eben mit und ohne Stärkebeilage pur den Weg in unseren Magen findet.

Du brauchst:

– eine ölige Bratgrundlage (Ghee unterstreicht den Geschmack buttrig, du kannst aber auch erhitzbares Olivenöl etc. verwenden)

– Zwiebeln

– ggf. Knoblauchzehen

– ggf. würzige Pilze, selbst gesammelt (Pilze lassen sich auch gut auf Vorrat einfrieren) oder gekauft (hier sind Shiitake köstlich und von den Inhaltsstoffen supergesund: http://www.heilenmitpilzen.de/shiitake.html, abgerufen am 2.7.18, weshalb ich immer einen kleinen Vorrat von ihnen im Kühlschrank habe.)

– ggf. eine Chilischote (ich nehme die milderen)

– ggf. Pinienkerne (zuvor leicht ohne Fett auf dem Pfannenboden anrösten)

Gewürze: Kräutersalz (mit Dill-Petersiliennote), Muskatnussblüte (ist sanfter als die geriebene Muskatnuss, die ich schnell etwas bitter finde), harmonisch zum Mangold sind auch Gewürzmischungen wie Ras el hanout, hier mein persönlicher Favourit, wenn es mal etwas exotischer schmecken soll – vorsichtig dosieren, damit der Geschmack wg. der Muskatnussbasis (s.o.) nicht dominiert und ggf. Trockenfrüchte dazu), weißer Pfeffer (schöne milde Abrundung)

Mengenverhältnisse (ca!!, einfach vom eigenen Geschmack und Appetit leiten lassen):

– ein Strunk Mangold (einfach eine Pflanze bodennah mit einem scharfen Messer abschneiden, der Mangold treibt wieder neue Blätter nach)

– eine große oder 2 kleinere Zwiebeln

– 3-4 Knoblauchzehen (ohne Knoblauch geht bei mir selten ein Gericht und hier greife ich tendenziell wie beim Spinat mehr zu)

– Gewürze, s.o.

Zubereitung:

– Zwiebel bei sanfter Hitze glasig anbraten

– klein geschnittene Stiele und Blätter (ich gebe alles zusammen rein, eine oft empfohlene Vorgarung der Stiele ist nicht notwendig, da sie ja später noch gekocht werden) und umrühren, bei ebensolcher Temperatur rührend andünsten, bis die Blätter zusammengefallen sind

– klein geschnittene Chilischote und klein zerschnittenen (nicht gepressten: der Knoblauch kommt bitter aus der Presse, Küchengerät bei Vorhandensein kann getrost entsorgt oder einer fachfremden Verwendung zugeführt werden)

kurz untermischen (auch bei zu langem Braten wird Knoblauch bitter)

– Sahne, bzw. angedickte Milchsoße (separat zubereiten: dazu ca. 2 Esslöffel Maisstärke kalt in Wasser anrühren, mit dem Schneebesen in ca. 300 ml heiße Milch einrühren, kurz aufkochen (nun: Mengenangaben unter Vorbehalt, da ich das intuitiv und nach Gefühl für die gewünschte Sämigkeit mache: also selbst versuchen und anpassen)

– alles unter Umrühren sanft köcheln und dabei die Gewürze hinzugeben (schrittweise dosieren, bis eure präferierte Note erreicht ist, vielleicht fällt euch ja noch ein Extra ein: z.B. eine Zimtnote kombiniert mit Cucuma, Mangold harmoniert auch toll mit Rosinen, klein geschnittenen Datteln oder Feigen, ich muss jetzt aufhören, sonst führt mein Mangoldschwelgen hier zur Unleserlichkeit)

Verwendung:

Es gibt nichts, was es nicht gibt, s.o. Klasse ist sicher auch ein Quichebelag mit Lachs, Stopp!!

und

guten Appetit!!…

Ein Gedanke zu „Im Mangoldrausch“

Schreibe einen Kommentar